Mein erster „längster Tag des Jahres“ CTW 2013 – Teil 3

(Ein Bericht von Peter)

(Teil 1 und Teil 2)

3. Disziplin – laufen sie einen Marathon – laufen sie 42,195 km am Stück – gehen sie nicht über Los – ziehen sie nicht 4.000 Mark ein -.

Ganz ehrlich? Vor dem Ding hatte ich richtig Bammel / Respekt!!!!!!! Noch nie in meinem Leben gelaufen, Premiere, längster Lauf in der Vorbereitung 28 km.

Mythen umrankt, zum Volkssport mutiert, Männer-Midlife-Crisis Wettkampf usw. usw.

Der Weg aus der 2. Wechselzone, über die Wiese bis zum Zaun, durch einen großen Zuschauerpulk am rechten Rheinufer startend durch den Rheinpark. Mein persönlicher Plan sah eine Laufzeit von 6.00 – 6.10 Minuten auf dem Kilometer vor. Im Vorfeld habe ich mich dazu entschieden, ohne Brustgurt für Pulsuhr bzw. auch ohne GPS Uhr zu laufen. Mit ein wenig üben kann man 6 Min. auf den KM ganz gut abschätzen, und ich wollte mich durch nix verrückt machen lassen: „hör auf deinen Körper, bleib locker und alles wird gut“. Relativ früh kommt die erste Verpflegungsstation, jetzt immer schön Flüssigkeit – mindestens 2 Becher Wasser, je nach Zustand auch dann mal Cola, aber erst später, 2 Gel’s gegriffen und ab in die Tasche damit (für Notfälle) – das ganze gehend erledigt, damit das Wasser auch in den Hals läuft, und weiter laufen. So gehen die ersten 2 KM schnell vorüber ohne großes Nachdenken, es laufen einige an mir vorbei mit echt schickem Tempo, aber egal, ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und laufe meinen Stiefel weiter. Die erste Wende am Skaterpark und wieder zurück Richtung Ziel (da will ich heute Abend auch sein), langsame Steigung auf die Hohenzollernbrücke, an den Liebes Schlößern vorbei, was sehe ich da auf dem Boden: das TriCologne Zeichen und alle Namen der teilnehmenden TriColognies – wie geil – schon wieder perfekte Motivation, lachende Smilies, super Truppe. Vor der Philharmonie links die „Serpentinen“ runter, durch den „Piss-Tunnel“ (hier stinkts wie Sau, und nach wenigen metern wie jedes Jahr mein Heimspiel – Verpflegungsstand Nummer 2 „TRICOLOGNE“ dieses Jahr mit Cheerleadern. Man erkennt mich, ein Sturm braust los, lautes jubeln, anfeuern, Getränke anreichen. Ein paar meter weiter stehen die ganzen „weissen Peter T-Shirts“, noch lauter, noch mehr Jubel, wie absolut klasse, wie geil, was macht das ein Spaß hier zu laufen. Aber keine lange zeit für einen Schnack, Flüssigkeit aufnehmen und weiter, Leute wir sehen uns noch weitere 5 mal^^.

Am Rheinufer entlang geht’s dann Richtung Zoobrücke – auf einmal rechts an der Mauer Mega-Support Vorwärts Köln: Trooligan Lars + Konsorten, was eine Lautstärke, richtig erschreckt, aber wie geil (auch das werde ich noch mehrmals genießen), unter der Mülheimer Brücke durch weiter Richtung Niehl, dann kommt irgendwann die Wende mit Zeitmessmatte, Bändchen für die Kontrolle abgreifen und wieder zurück, bis zu den TriColognes, durch die Altstadt, an den Bier trinkenden Menschen vorbei – die aber alle nett klatschen und anfeuern – bis zur Deutzer Brücke: Achtung Wendeltreppe hoch!!!!!!!! Das ist echt ätzend, Rhythmus Wechsel, langsam aufsteigen bis zur Brücke, andere Rheinseite an der Wechselzone vorbei und auf die 2. Runde (eine Runde 14 KM).

Ich könnte den kompletten Ablauf der ersten Runde hier wiederholen, mein Tempo war gleichbleibend, ich hatte keine Schmerzen, keine Zipperlein, keinen Hungerast, ich hab’s einfach nur genossen und die Stimmung aufgesaugt, es war kaum zu glauben. Sogar Zeit gehabt am TriCologne Verpflegungsstand „Spökes“ zu machen.

Sprung zu KM 37: das erste Mal gehen außerhalb der Verpflegung, Mist, warum ausgerechnet jetzt und so ohne Vorankündigung? Na ja, was solls, noch läppische 5 KM, die schaffst du auch noch. Griff in die Tasche, Gel raus, rein damit, weiter gehen, nach knapp 400 metern wieder langsames laufen, nächste Verpflegung viel Wasser um Gel zu verdünnen und mit langsamerem Tempo weiter. Sage zu mir: Kämpf dich durch, am TriCologne Stand sind es noch 2 km, du schaffst das.

Hohenzollernbrücke in Sicht, geil, TriCologne, lauter Jubel, Leute letztes Mal für heute, trinken jubeln feiern mit den Mädels + Jungs und weiter (die Peter Shirts sind weg, grins, die sind zum Ziel). Wendeltreppe die dritte: überlege jede Stufe mit beiden Füßen zu gehen, ziehe mich am Geländer hoch, langsam 60 Stufen erklimmen, wer hat sich das bloss ausgedacht????????

Letzte Stufe, ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh, geschafft, Augen links und laufen……..nicht mehr lange, weniger als 1 KM, Wahnsinn, du schaffst das, unglaublich, der Traum wird wahr!!!!!!

Es fühlt sich an als ob man schwebt, Adrenalin pur, die Beine laufen und werden schneller, ab Mitte Brücke bergab, wie liegst du in der Zeit, ich weiss nix, suche irgendwo ne Kirche und ne Uhr, finde nix, weiter weiter weiter, links Kurve, gerade, links rum Richtung Wechselzone, dran vorbei, rechts, lange Gerade, Abzweigung Zieleinlauf, irre der Typ, nicht zu fassen, sehe den Dom, 50 meter links Kurve, lache, hebe die Fäuste, alle Last fällt ab, um die letzte Kurve, tosender Applaus der mich trägt, da stehen Peter Shirts, sehe das Ziel – Digital Uhr – schaue, schaue nochmal, da steht ’ne 11!!!!!!! Unfassbar, laufe ein Stück zurück, umarme die Peter Shirts, erkenne nicht alle, Hände recken sich nach mir, schreien, lachen, klopfen auf mir rum. Sorry hab noch was zu erledigen, löse mich aus der Traube und rase Richtung Ziel………………………..reisse die Hände hoch, ZIEL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Unfassbar, unglaublich, Medaille um den Hals, Kranz um den Hals, da steht Tina………………falle ihr um den Hals – IRONMAN –

End of the Story

3,8 km schwimmen – 180,2 km radfahren – 42,195 km laufen 11 Std. 45 Min. 1 Sek.